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Schweizer Käse: Gruyère überholt Emmentaler | Bauernzeitung/Wirtschaft


 

Schweizer Käse: Gruyère überholt Emmentaler

Berühmter Schweizer Käse vom Spitzenplatz verdrängt
emmentaler.jpg © begsteigerGrößer Der berühmte Schweizer Emmentalerkäse wird mittlerweile vom Spitzenplatz im Produktionsranking verdrängt: 2009 wurde zum ersten Mal in der eidgenössischen Käsegeschichte mehr Gruyère produziert als Emmentaler, berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) in Bern. Philippe Bardet, Direktor der Sortenorganisation Gruyère, freut sich über diese Entwicklung. Er will aber noch zulegen, sein Ziel ist eine Jahresproduktion von 30.000 t. Diese Menge will die Sortenorganisation etappenweise erreichen, damit der Preis gehalten werden kann. Derzeit kostet ein kg Gruyère ab Käserei zwischen 10,20 und elf Franken (sieben bis 7,50 Euro). Der Lagerbestand ist laut Bardet mit knapp 9000 t gut, und die Käsereien können die Produktionsvorgaben der Organisation zu 100 Prozent ausschöpfen.

Emmentaler als Schweizer Aushängeschild

Der Emmentaler gilt als Aushängeschild der Schweizer Käsewirtschaft. Mit rund 20.000 t wurde früher jährlich rund doppelt so viel von dieser Käseart exportiert als vom Gruyère. Doch Letzterer wird im Ausland immer beliebter. Im langjährigen Vergleich wird immer weniger Emmentaler ausgeführt, während die Exportzahlen beim Gruyère ständig wachsen. Wird nicht nur der Export, sondern auch der Inlandskonsum mitberücksichtigt, so fällt der Vergleich umso deutlicher für den Gruyère aus.

Bei der Sortenorganisation Emmentaler Switzerland will man sich von diesem Trend nicht beunruhigen lassen: "Unser Fokus liegt nicht auf einer möglichst großen Produktionsmenge, sondern auf einer möglichst hohen Absatzmenge bei einer möglichst guten Wertschöpfung", sagt Sprecher Christoph Stadelmann. Fakt sei, dass man in der Vergangenheit zu viel Emmentaler produziert habe, was zu einem zu hohen Lagerbestand geführt habe.

Bei der Menge mussten sich die Emmentalerkäser im ganzen vergangenen Jahr zurückhalten. Sie konnten nie voll produzieren, im Durchschnitt lag die Produktionsfreigabe der Sortenorganisation bei weniger als 85 Prozent. Laut Stadelmann ist dies nicht nur auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen. "Auch Fälschungen und Imitate machten uns stark zu schaffen. Marketingmäßig konnten wir noch nicht überall mit unseren Mitbewerbern aus Europa mithalten", so der Sprecher. Für Werbemaßnahmen hat die Sortenorganisation ab diesem Jahr mehr Geld zur Verfügung. Dies kommt daher, dass die Käsehändler, die bei der Organisation Mitglied sind, seit dem vergangenen Jahr 60 statt 20 Rappen pro kg Emmentaler für Marketingzwecke abgeben. In diesem Jahr soll auch bei den Produktionsvorgaben eine höhere Menge ins Auge gefasst werden.AIZ

04.02.2010