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Mit dem sogenannten Ampelsystem werden die Lebensmittel in der EU bald in «gut = grün», «mittel = orange» und «schlecht= rot» eingeteilt. Das Ampelsystem ist eines von verschiedenen Systemen, das in der EU für die neue Verbraucherinformationsverordnung in Diskussion steht.
Schweizer Nachvollzug
«Sobald die Verordnung in der EU angenommen würde, würden wir eine Anpassung unserer geltenden Regeln überprüfen», erklärt Elisabeth Nellen-Regli, Leiterin Sektion Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Es sei bekanntlich der Wille von Bundesrat und Parlament, dass Lebensmittel, welche aus der EU kommen, in der Schweiz auch rechtmässig verkauft werden dürften. «Im harmonisierten Bereich machen wir das über den autonomen Nachvollzug, im nichtharmonisierten Bereich über das Cassis-de-Dijon-Prinzip», erklärt Nellen-Regli.
Wenn also die EU das Ampelsystem in der neuen Verbraucherinformationsverordnung einführe, dann werde es in der Schweiz autonom nachvollzogen.
Zwar habe die EU noch nicht entschieden, ob sie sich für das Ampel- oder ein anderes System entscheidet. «Autonom nachvollzogen», wird aber offenbar in jeden Fall als Konsequenz davon, dass die Schweiz ihre eigenständige Politik im Bereich Lebensmittel aufgeben hat.
Schlechte Resultate
Gäbe es eine solche «Ampel» in der Schweiz, kämen viele traditionelle Produkten schlecht davon. Ein Ampeltest im Internet auf www.codecheck.info lässt laut NZZ Böses ahnen. Just die Schweizer Klassiker erhalten die rote Karte. So erhält zum Beispiel Kaltbach Emmentaler von Emmi die Rote Karte wegen zu viel Fett. Ebenso Gruyère und die gesunde Butter und die beliebte Milchschokolade würden mit einem roten Punkt gekennzeichnet.
Mit Orange schneidet Fertigfondue beim Fett zwar besser ab, bekommt aber wegen Zusatzstoffen einen tiefroten Punkt; der Riesen-Cervelat sogar deren zwei. Das Problem an dieser Deklaration sind die einseitigen Kriterien. So wird beispielsweise ein hoher Fett- oder Salzgehalt grundsätzlich als negativ angeschaut. Dabei sind sowohl Fett wie auch Salz im normalen Rahmen lebensnotwendig. Das Problem ist höchstens die Menge.
Einseitige Kriterien
Die Kriterien sind noch in einem anderen Punkt einseitig: Sie konzentrieren sich nur auf einzelne Inhaltsstoffkategorien. Fett ist aber nicht einfach Fett. Es gibt zum Beispiel gesättigte, einfach ungesättigte oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Alpkäse beispielsweise kann das Risiko eines tödlichen Herzinfarktes senken. Zu dieser Erkenntnis kamen 2004 Forscher des Kantonsspitals Baden und der ETH Zürich. Die Studie wies nach, dass Alpkäse 2,5-mal mehr Alpha-Linolensäuren enthält als Emmentaler und 4,3-mal mehr als englischer Cheddar. Alpha-Linolensäuren gehören zur Gruppe der Omega-3-Fettsäuren, welche positive Auswirkungen auf Herz und Kreislauf haben.